Formen, flechten, wickeln: Gestalte schöne Hefeteig-Gebäcke

Dekoratives Ostergebäck mit Hefe

Manchmal kann Backen wie Basteln sein. Das gilt besonders bei der Verarbeitung von Hefeteig: Er hat eine großartige Konsistenz und kann auf vielerlei Weise gestaltet werden. Gerade zu Ostern gibt es kreative Backwerke aus dem duftenden Teig, die nicht nur lecker schmecken, sondern dank ihrer tollen Gestaltung auch das Highlight auf dem Frühstückstisch oder bei der Kaffeetafel sind. Lass dich inspirieren für deine Hefe-Köstlichkeiten zu Ostern: Wir haben dir Tipps und Tricks für gutes Gelingen zusammengestellt.

Die Grundlage: Der Hefeteig

Hefeteig für Zöpfe, Kränze, Schnecken und Teilchen hat eine flaumige, weiche, wunderbar glatte Konsistenz, die sich gut formen und gestalten lässt. Nach dem Kneten braucht Hefeteig einen warmen, zugfreien Ort, an dem er sich entfalten kann: Er geht in der Schüssel auf und vergrößert dabei sein Volumen manchmal beachtlich. Für viele Rezepte wird er anschließend erneut durchgeknetet, damit er sich unkompliziert weiterverarbeiten lässt. Sollte er zu diesem Zeitpunkt ausnahmsweise mal klebrig sein, kann das unter anderem an etwas zu viel Flüssigkeit im Teig oder an der Verwendung von sehr frischem Mehl liegen, das weniger Flüssigkeit aufnimmt. Nicht verzweifeln, wenn sich der Teig von den Händen, Schüsselwänden oder der Arbeitsfläche nicht gut trennt. Gib dann einfach noch ein bisschen Mehl – am besten nur löffelweise oder auf die Fläche gestäubt – hinzu, knete den Teig damit nach und nach glatt und gönne ihm nochmal ein Viertelstündchen, damit er sich wieder entspannen kann. So nennen das die BäckerInnen tatsächlich, und der Teig wird in der Ruhezeit wirklich wieder lockerer und bekommt eine glatte Oberfläche! 

Hefeteig ausrollen

Die klassische Teigrolle aus Holz ist perfekt zum Ausrollen, zum Beispiel für diese veganen Himbeer-Pistazien-Schnecken. Weil Hefeteig so wunderbar elastisch ist, muss man dabei manchmal etwas Geduld beweisen, bis die gewünschte Größe erreicht ist. Bemehle die Arbeitsfläche und die Teigrolle nur dünn, damit der Teig jetzt nicht mehr zu viel Mehl aufnimmt und trocken wird. Und setze mit dem Nudelholz immer wieder von der Mitte aus an und rolle den Teig zum Rand hin so Stück für Stück größer. Rechtecke oder Quadrate gelingen relativ einfach, aber wenn der Teig doch mal aus der Form gerät, kannst du ihn problemlos wieder zusammenklappen, kurz kneten und nochmal neu ausrollen. 

Um schöne Kreise wie für die Mohn-Hefeblume zu erzielen, hilft als Schablone zum Beispiel der Boden einer Springform: diesen leicht bemehlen und die Teigportionen direkt darauf rund ausrollen, dann aufs Blech stürzen und weiterverarbeiten.

Hefeteig füllen und formen

Den ausgerollten Teig bestreicht du je nach Rezept mit einer Füllung, die von Butter und Zimt-Zucker über schnellen Fruchtaufstrich bis zu leckeren Cremes reichen kann. Für Schnecken wird der Teig anschließend meist längs aufgerollt: Achte dabei darauf, dass du den Teig fest und eng wickelst, damit keine Luftlöcher entstehen, und drücke die Abschlusskante gut fest. 

Die Rolle wird nun in Stücke geschnitten, die mit einer Schnittfläche nach oben dicht an dicht oder einzeln in eine Form oder aufs Blech gesetzt und gebacken werden. Drücke sie beim Schneiden nicht zu stark zusammen, denn dann können die Schnecken ihre Form verlieren oder die Füllung wird herausgedrückt. Mit einem Brotmesser mit Wellenschliff lässt sich die Rolle ohne viel Druck zerschneiden.

Für den Mandel-Kakaokranz oder die Mohn-Hefeblume schichtest du Teigkreise und Füllung abwechselnd übereinander. Den so entstandenen Stapel schneidest du anschließend mehrfach rundherum wie Tortenstücke ein (aber nicht ganz bis zur Mitte durch) und verdrehst jeweils zwei nebeneinander liegende miteinander, so dass ein dekoratives Muster entsteht. 

Zöpfe und mehr flechten

Ganz typisch und ziemlich unkompliziert ist die Herstellung von Flechtwerk aus Hefeteig. Dafür den Hefeteig in die angegebenen Portionen teilen – für einen klassischen Zopf sind das drei – und diese auf wenig Mehl zu gleich langen, möglichst gleich dicken Strängen formen. Das Flechten sollte man bereits auf dem mit Backpapier belegten oder gefetteten Blech vornehmen, dann muss das fertige Kunstwerk nicht noch einmal umgehoben werden. Beim Zopf werden dazu die Stränge erst an einem Ende zusammengedrückt und dann abwechselnd über- und untereinander gelegt, wie man es auch von einer Flechtfrisur kennt. Die Enden wieder gut zusammendrücken oder unter den Zopf schieben, damit das Muster beim Backen nicht aufgeht. 

Besonders raffinierte Ergebnisse erzielst du, wenn du eine gefüllte Rolle längs aufschneidest. Lege dann die Hälften mit den Schnittflächen nach oben nebeneinander und verschlinge sie. Offen auf dem Blech gebacken ergibt das zum Beispiel unseren veganen Heidelbeer-Zopf. Das gleiche Prinzip findet auch bei dem schönen Pistazien-Rosen-Kranz Anwendung, hier werden die umeinander geschlungenen Kordeln auf dem Blech noch zu einem Kranz geschlossen. Für die Babka werden die beiden Rollenhälften ebenfalls umeinander verschlungen. Ihre besondere, unregelmäßige Wickeloptik entsteht, wenn das Ergebnis anschließend in die Kastenform gesetzt und dabei leicht gestaucht wird. 

Es geht auch unkompliziert

Wer als Hefeteig-Anfänger diese Zubereitung noch als Herausforderung empfindet, kann es sich mit dem Hefe-Marzipan-Kranz deutlich einfacher machen: Hier bleiben die gefüllten Rollen ganz, man legt sie nur unkompliziert umeinander und dann zu einem Kranz. Auch hier gilt: Am einfachsten gelingt dies auf dem Blech, dann ist der Kranz bereits am gewünschten Ort.

Hefeteilchen in vielen Formen

Was im Großen für Kranz oder Zopf funktioniert, kannst du als Technik auch für Teilchen anwenden: Die italienisch inspirierten Panettone beispielsweise werden im Kleinformat gekordelt und mit Hilfe von Dessertringen beim Backen in Form gebracht. Leckere Zimtschnecken – in Hamburg und Umgebung auch als Franzbrötchen bekannt – werden nach dem Zerschneiden von oben so eingedrückt, dass sich die Seiten typisch auffächern. Für Kardamom-Orangen-Knoten werden kleine Zöpfe nochmal  verschlungen, für die Osternester Mini-Hefekränze geflochten, die ein Ei in der Mitte aufnehmen können. Und die österlichen Mini-Brioches sind noch lässiger gemacht: Der Teig wird nur zu Kugeln geformt, vor dem Backen werden gekochte Eier hineingedrückt und gleich mitgebacken.

Lass dich von diesen Rezepten zu einem Osterfrühstück mit köstlichem Hefegebäck verführen und tobe an dem wunderbaren Teig deine Kreativität und Bastelfreude aus – fröhliche Ostern!

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