Übergewicht
Übergewicht ist in den letzten Jahrzehnten zu einem der größten Gesundheitsprobleme in Deutschland geworden.
Der Anteil der übergewichtigen bzw. fettsüchtigen Bevölkerung hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt.
Laut Zählung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden war im Jahr 2003 fast jeder zweite Deutsche (49 Prozent) zu dick.
Risiko
Problematisch ist, dass das Risiko, Krankheiten wie Diabetes Typ II (Altersdiabetes), Gelenkschäden und Herz-Kreislauferkrankungen zu bekommen mit dem Übergewicht steigt. Im Vergleich zu einem Normalgewichtigen ist das Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken bei einem Übergewichtigen mehr als doppelt so hoch, bei einem krankhaft Fettleibigen sogar fast sechs mal so hoch. Ein Maß für das Übergewicht stellt der Body Mass Index (BMI) dar.
Kinder und Übergewicht
Die Anzahl der Kinder mit überhöhtem Gewicht ist in den letzten Jahren in Deutschland wie auch in anderen Industriestaaten gestiegen. Inzwischen ist jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche zu dick. Als Folge erkranken immer mehr Kinder an Diabetes mellitus Typ II. Ob ein Kind übergewichtig ist, ist aufgrund der individuellen Entwicklung manchmal nicht einfach zu beurteilen.
Ursachen für Übergewicht
Die Ursachen für Übergewicht sind sehr vielfältig und komplex. Die Wissenschaft hat noch nicht alle Aspekte für die Entstehung von Übergewicht erforscht. Sicher ist, dass es für Übergewicht auch eine genetische Veranlagung gibt, für die Ausprägung von Adipositas liegt dieser Einfluss bei etwa 40 %.
Grundsätzlich entsteht Übergewicht aber dadurch, dass langfristig mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird.
Einflussfaktoren sind:
- Bewegung
- Nahrungsangebot
- Ernährungsverhalten, -erziehung
- Esstradition
- Lebensstil
- Medikamente
- Erkrankungen
- Andere Ursachen (z.B. Immobilisierung, Schwangerschaft, Operationen in der Hypothalamusregion, Nikotinverzicht)
Ein sehr wichtiger Aspekt ist, dass wir uns immer weniger bewegen. Der Anteil der Arbeitsplätze mit sitzender Tätigkeit steigt stetig an. Auch in der Freizeit mangelt es an Bewegung. Nur ca. jeder Dritte treibt regelmäßig Sport. Hinzu kommt, dass mehr ferngesehen oder am PC gespielt wird. Schaute man im Jahr 1970 durchschnittlich 45 Minuten fern, war es im Jahr 1980 bereits fast doppelt so viel, inzwischen wird mehr als 3,5 Stunden pro Tag fern gesehen.
Body Mass Index (BMI) – Das Maß der Masse
Zu dick, zu dünn oder gerade richtig? Wenn es darum geht, das ideale Körpergewicht zu ermitteln, streiten sich die Geister. Zahlreiche Formeln und Messverfahren stehen zur Auswahl, doch wenn es nach Ernährungsexperten geht, ist der Body Mass Index, kurz BMI, die verlässlichste Methode um herauszufinden, ob das Körpergewicht im gesunden Bereich liegt.
Die Bestimmung des individuellen BMI ist ganz einfach: Er berechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße im Quadrat.
Der BMI wird nach der Formel berechnet:
BMI = Gewicht in Kilogramm (kg) / Körpergröße (m)2
Das bedeutet, eine Person mit einer Körpergröße von 160 cm und einem Körpergewicht von 60 kg hat einen BMI von 23,4.
Der errechnete Wert gibt nun Aufschluss darüber, ob sich das Gewicht im normalen Bereich bewegt. Bei Männern liegt der ideale BMI zwischen 20 und 25, bei Frauen zwischen 19 und 24. Werte unter 19 deuten auf Untergewicht hin, wird ein BMI deutlich über 25 erreicht, besteht Übergewicht.
| Body Mass Index | Entsprechung |
|---|---|
| Unter 18,5 kg/(m)2 | Untergewicht |
| 18,5 – 24,9 kg/(m)2 | Normalgewicht |
| 25,0 – 29,9 kg/(m)2 | Übergewicht |
| 30,0 – 34,9 kg/(m)2 | Adipositas Grad I |
| 35,0 – 39,9 kg/(m)2 | Adipositas Grad II |
| > 40 kg/(m)2 | Extreme Adipositas Grad III |
Doch auch das Alter spielt eine Rolle: So ist bei Menschen in der zweiten Lebenshälfte ein BMI zwischen 26 und 28 noch völlig normal. Vorsicht ist jedoch bei extrem durchtrainierten, muskulösen Männern und Frauen geboten, da deren Muskelmasse das Ergebnis verfälscht. Und auch bei schlanken Personen mit extrem starkem Knochenbau kann sich ein erhöhter Wert ergeben.
Nicht geeignet ist das Messverfahren übrigens für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Sie befinden sich noch in der Wachstumsphase und ihr normaler Körperfettanteil verändert sich je nach Alter und Geschlecht ständig.
