Übergewicht und Zucker?
Fälschlicherweise gelten auch Kohlenhydrate als "Dickmacher". Übergewicht ist aber nicht die Folge des Verzehrs von Kohlenhydraten bzw. von Zuckern, sondern vielmehr die Folge von zu viel Energieaufnahme und zu wenig Energieabbau. Wenn dieses Verhältnis nicht mehr stimmt, wird die überflüssige Energie im Körper gespeichert. Kohlenhydrate werden sogar bevorzugtabgebaut, um daraus Energie zu gewinnen. Fette hingegen werden direkt gespeichert. Zwar können auch Kohlenhydrate in Körperfett umgewandelt werden, dazu muss man aber mehr als 2.000 kcal Kohlenhydrate pro Tag aufnehmen, als reiner Zucker wären das 500 Gramm!
Übrigens, für eine Unterscheidung der Kohlenhydrate in Zucker und komplexe Kohlenhydrate gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Zucker werden genauso verstoffwechselt wie andere, komplexe Kohlenhydrate (z.B. Brot, Nudeln, Kartoffeln).
Falsch ist übrigens auch die Behauptung, dass die Anzahl der Übergewichtigen direkt mit einem gestiegenen Zuckerverzehr in Verbindung steht. Denn der Zuckerverzehr liegt seit 30 Jahren relativ konstant bei ca. 34 kg pro Jahr bzw. 93 g pro Tag (hierbei ist der Zuckeranteil in Süßwaren bereits berücksichtigt).
Übergewichtige essen sogar weniger Zucker als Normalgewichtige! Epidemiologische Studien zeigen, dass Übergewichtige mehr Fett und weniger Kohlenhydrate verzehren als Normalgewichtige. Personen mit niedrigem Körpergewicht verzehren dagegen mehr Zucker als andere Kohlenhydrate.
Dies belegen auch die Ergebnisse der Kieler Obesity Prevalance Studie (KOPS), die an der Kieler Universität durchgeführt wurde. Demnach verzehren dicke Kinder nicht häufiger Süßigkeiten als dünne Kinder. Sie schauen aber häufiger fern, sitzen länger am Computer oder sind z.B. seltener Mitglied in einem Sportverein.
